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Archiv für Filmtagebuch

Der Hexentöter von Blackmoor

The Bloody Judge/Il Trono di fuoco, D/GB/E/I 1969

Regie: Jesus Franco Manera (aka Jess Franco)

Darsteller: Christopher Lee, Hans Hass, Maria Rohm, Leo Genn, Margaret Lee, Maria Schell u.v.m.

Vielfilmer Jess Franco hat schon so manches fabriziert – darunter viel Schrott. Gibt man ihm aber ein angemessenes Budget, dann kommen teils auch wirklich nette Filme dabei rum. Bisher war für mich sein bester Film immer noch Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London, welcher von Erwin C. Dietrich produziert wurde. Nun gehört da auch noch Christopher Lee als Hexentöter von Blackmoor dazu, welcher im Jahre 1685 als erbarmungsloser Richter Jeffreys angebliche Hexen und die Feinde des Königs verfolgt. Darunter auch die hübsche Mary, deren Schwester Alicia schon von Jeffreys auf den Scheiterhaufen geschickt wurde. Als das Mädchen dann auch noch mit Harry, Sohn des Earl von Wessex und angehöriger einer Rebellengruppe, anbandelt, ist großer Ärger vorprogrammiert. So weit, so gut, so unübersichtlich im weiteren Verlauf der Geschichte. Die solide agierenden Darsteller, ein toller Soundtrack von Bruno Nicolai und eine sehr gute Ausstattung und Atmosphäre täuschen nicht darüber hinweg, daß die Geschichte teilweise viel zu konfus ist. Stück- und Episodenhaft. Was sehr schade ist, da der für Franco-Verhältnisse recht zurückhaltende Film mehr ein Historiendrama denn ein waschechtes Exploitationstreifen ist – trotz kleinerer Folterszenen. Das Werk gehört aber wirklich noch zu den besseren Filmen des Spaniers.

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Verfluchtes Amsterdam

Amsterdamned, NL 1987

Regie: Dick Maas

Darsteller: Huub Stabel, Monique van de Ven, Serge-Henri Valcke, Hidde Maas, Wim Zomer u.a.

In Amsterdams Grachten ist der Teufel los geht der Teufel um: ein tauchender Killer ermordet willkürlich irgendwelche Personen. Eric Visser, ein harter Kommisar der unkonventionellen und lockeren Schule, wird auf den Fall angesetzt. Man tappt zuerst im Dunkeln, kann nicht viel tun und muss weitere Morde hinnehmen. Doch, wie es in solchen Streifen immer ist, wird der Mörder unvorsichtiger. Und dabei hat man dann seinen gehörigen Spaß, um das mal so zu sagen. Huub Stabel ist eine coole Sau, wächst einem schnell ans Herz und zudem gefällt bei VERFLUCHTES AMSTERDAM (welcher einen der lässigsten Originaltitel hat, die ich kenne) dieser Stilmix aus Thriller und Horrorstreifen. Ja, verdammt nochmal – nix mit Action. Darunter kategorisiert ihn ja die TV Spielfilm meistens. Weswegen auch immer. Was soll’s… hauptsache der Streifen rockt. Und das tut er gewaltig. Schöner 80er-Streifen der ’ne nette Atmosphäre und spannende Umsetzung. Dabei wird er nicht einmal während seiner 108 Minuten langweilig. So gelob‘ ich mir das. Und wie schön, anders als die alten DVDs ist die neue Fassung von EuroVideo mittlerweile auch ungeschnitten. Wer also einen guten und eher etwas langsamer erzählten Old School-Thriller aus den guten alten 80ies mag, der greife zu. Hab ich ja schließlich auch gemacht.

Interceptor

The Wraith, USA 1986

Regie: Mick Marvin

Darsteller: Charlie Sheen, Nick Cassavetes, Randy Quaid, Sherilyn Fenn, Matthew Barry u.a.

Dudelte früher öfters ja mal auf RTL 2 und ist mir daher auch noch recht gut im Gedächtnis gewesen. Als am Wochenende der werte Herr Cyborg zu Besuch war, fragte er unwissend, was das denn ein Film sei. Ausgerechnet unser Actionheld kennt diesen Renner nicht. Holladiewaldfee! Schnellstens mal belehrt, den Trailer gezeigt – und am nächsten Tag soviel Hunger auf den Streifen gehabt, daß er nach langer Zeit mal wieder geschaut wurde. Und macht immer noch wie in früheren Zeiten Spaß. Gut, die Rachestory nachdem ein Toter mit schnittigem Wagen zurückkehrt und sich an einer wüsten Pseudopunk-Bande, welche gerne waghalsige Autorennen veranstaltet und die Kids terrorisiert, rächt, hat zu seeligen Kiddiezeiten ein wenig mehr bewegt, aber ansonsten stimmts. Da groovt und dröhnt der Soundtrack ununterbrochen, mal hier mal da macht es Brumm (Autorennen) und dann auch Bumm (Explosionen) und zudem grinst ein noch junger und fescher Charlie Sheen in die Kamera. Cassavetes und seine Bande sind aber cooler. Sheen rockt nur als Interceptor. Ansonsten rockt der Streifen auch – allerdings ein wenig glatter als damals. Fun ist’s trotzdem.